Sachsen-Anhalt

Die Prüfingenieure für Brandschutz nehmen in Sachsen-Anhalt bauaufsichtliche Prüfaufgaben nach der Bauordnung im Auftrag der Bauaufsichtsbehörde wahr. Dabei prüfen Sie die Vollständigkeit und Richtigkeit der Brandschutznachweise unter Beachtung der Leistungsfähigkeit der örtlichen Feuerwehr. Dabei wird die Brandschutzdienststelle beteiligt und deren Anforderungen bezüglich der Brandschutznachweise gewürdigt.

Während der Bauausführung überwachen die Prüfingenieure für Brandschutz die ordnungsgemäße Ausführung hinsichtlich der von ihnen geprüften Brandschutznachweise.

Brandschutznachweis

Für Vorhaben der Gebäudekasse 1 bis 3, außer Sonderbauten, Mittel- und Großgaragen wird der Brandschutznachweis bauaufsichtlich nicht geprüft. Hier trägt der Entwurfsverfasser allein die Verantwortung. Für diese Vorhaben sind dennoch Angaben zum Brandschutz erforderlich.

Für Vorhaben der Gebäudeklasse 4, außer Sonderbauten, Mittel- und Großgaragen – Wenn der Brandschutznachweis von einem Prüfingenieur für Brandschutz oder einem, in die Liste der Nachweisberechtigten für Brandschutz eingetragenen Berechtigten aufgestellt ist wird dieser nicht bauaufsichtlich geprüft.

Mit der Bauantragstellung ist der Bauaufsicht dann mitzuteilen, dass der Brandschutznachweis von einer solchen Person erstellt wird. Der Brandschutznachweis selbst und der Nachweis über die erforderliche Qualifikation des Aufstellers braucht dann erst mit der Baubeginnanzeige vorgelegt werden.

Wenn der Brandschutznachweis nicht von einer solchen Person erstellt ist, wird er bauaufsichtlich geprüft und ist mit den Bauvorlagen bei Antragstellung einzureichen.

Für Vorhaben der Gebäudeklasse 5, Sonderbauten, Mittel- und Großgaragen – Der Brandschutznachweis wird in jedem Fall bauaufsichtlich geprüft und ist mit den Bauvorlagen bei Antragstellung einzureichen.

Inhalt des Brandschutznachweises:

Im Lageplan, den Bauzeichnungen (Grundrisse, Schnitte, Ansichten) und in der Baubeschreibung sind anzugeben:

  • das Brandverhalten der Baustoffe (Baustoffklasse) und der Bauteile (Feuerwiderstandsklasse)
  • die Bauteile, Einrichtungen und Vorkehrungen, an die Anforderungen hinsichtlich des Brandschutzes gestellt werden, wie Stützen, Wände, Decken, Unterdecken, Bedachungen, Installationsschächte und -kanäle, Leitungen, Lüftungsanlagen, Feuerschutzabschlüsse und Rauchschutztüren, Öffnungen zur Rauchableitung
  • die Nutzungseinheiten,
  • die Brand- und Rauchabschnitte
  • die aus Gründen des Brandschutzes erforderlichen Abstände innerhalb und außerhalb von Gebäuden
  • der erste und zweite Rettungsweg, insbesondere notwendige Treppenräume, Ausgänge ins Freie, Räume zwischen den notwendigen Treppenräumen und den Ausgängen ins Freie, notwendige Flure, mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stellen und ihre Höhenlage ein-schließlich der Fenster, die als zweiter Rettungsweg dienen sollen, unter Angabe der lichten Öffnungsmaße und Brüstungshöhen
  • die Flächen für die Feuerwehr, Zu- und Durchgänge, Zu- und Durchfahrten, Bewegungsflächen und die Aufstellflächen für Rettungsgeräte, wie Hubrettungsfahrzeuge und ihre Höhenlage über NHN; Die Flächen sind in den Plänen zu vermaßen.
  • die Löschwasserversorgung (Benennung der Wassermenge, die stündlich aus dem öffentlichen Netz entnommen werden kann oder soweit dies nicht ausreichend ist ein alternatives Löschwasserreservoir mit Entnahmestelle)

Insbesondere für Sonderbauten sind zusätzlich folgende Angaben erforderlich:

  • die brandschutzrelevanten Einzelheiten der Nutzung, insbesondere auch die Anzahl und Art der die Anlagen nutzenden Personen sowie besondere Brandgefahren, Brandlasten und Risikoanalysen
  • die technischen Anlagen und Einrichtungen zum Brandschutz, wie Branderkennung, Brandmeldung, Alarmierung, Brandbekämpfung, Rauchableitung und Rauchfreihaltung
  • die Sicherheitsstromversorgung
  • die Bemessung der Löschwasserversorgung, die Einrichtungen zur Löschwasserentnahme sowie die Löschwasserrückhaltung
  • die betrieblichen und organisatorischen Maßnahmen zur Brandverhütung, Brandbekämpfung und Rettung von Menschen und Tieren, wie Feuerwehrplan, Brandschutzordnung, Werksfeuerwehr, Bestellung von Brandschutzbeauftragten und Selbsthilfekräften
  • Möblierungspläne bzw. Maschinenaufstellpläne, soweit die Rettungswege rechnerisch bereits in diesen Räumen beginnen bzw. durch diese Räume führen.